Zum Inhalt springen

Crop-Faktor einfach erklärt: Was bedeutet APS-C, Vollformat & Co für Bilder?

  • von

Wer sich näher mit Fotografie beschäftigt, begegnet schnell Begriffen wie Crop-Faktor, APS-C, Vollformat oder Micro Four Thirds. Einige schrecken davor zurück, weil es technisch klingt. In Wirklichkeit lässt sich das Thema leicht verstehen, wenn man es Schritt für Schritt erklärt.

DSLR und DSLM: Was bedeutet der Crop-Faktor?

Der Crop-Faktor beschreibt die Größe des Bildsensors einer Kamera im Vergleich zum klassischen 35-Millimeter-Film. Dieser Film gilt als Referenz und wird heute als Vollformat bezeichnet.

  • Vollformat-Sensor misst etwa 36 mal 24 Millimeter und entspricht damit dem klassischen Kleinbildfilm.
  • APS-C sind kleiner und liegen je nach Hersteller bei etwa dem 1,5- bis 1,6-fachen Crop-Faktor.
  • Micro Four Thirds (MFT) ist noch kleiner – hier liegt der Crop-Faktor bei 2.

Der Begriff Crop kommt aus dem Englischen und bedeutet beschneiden. Gemeint ist der Bildausschnitt. Je kleiner der Sensor, desto kleiner ist der erfasste Ausschnitt im Vergleich zum Vollformat.

Wie wirkt sich der Crop-Faktor auf das Bild aus?

Die Brennweite eines Objektivs verändert sich technisch nicht. Was sich ändert, ist der sichtbare Bildausschnitt. Ein Beispiel macht das schnell klar.

Ein Objektiv mit 50 Millimeter Brennweite zeigt an einer Vollformatkamera genau den Bildwinkel, für den es gebaut wurde. An einer APS-C-Kamera wirkt derselbe Bildausschnitt enger. Das Bild entspricht etwa dem Eindruck eines 75-Millimeter-Objektivs bei einem Crop-Faktor von 1,5. Bei Micro Four Thirds verdoppelt sich dieser Effekt. Dort wirkt ein 50-Millimeter-Objektiv wie ein 100-Millimeter-Objektiv am Vollformat.

Crop-Faktor: Vorteil und Nachteil im Überblick

  • Teleaufnahmen: Bei Teleaufnahmen spielt der Crop-Faktor seine Stärken aus. In der Tier- oder Sportfotografie wirkt ein Motiv schneller nah heran, ohne dass extrem lange und schwere Teleobjektive nötig sind.
  • Weitwinkel: Im Weitwinkelbereich zeigt sich der Nachteil. Landschaften oder Architektur lassen sich schwieriger weitläufig abbilden, weil der Bildwinkel kleiner ausfällt.

Full Frame, APS-C und MFT: Warum es verschiedene Sensorgrößen gibt

Größere Sensoren bieten in der Regel eine höhere Bildqualität. Sie erfassen mehr Details, liefern eine größere Dynamik zwischen hellen und dunklen Bildbereichen und rauschen weniger bei wenig Licht.

Außerdem ermöglichen sie eine geringere Schärfentiefe. Motive lassen sich leichter vom Hintergrund freistellen. Auch bei der Bildbearbeitung bieten größere Sensoren mehr Spielraum, weil die Dateien mehr Reserven mitbringen.

Dem stehen praktische Nachteile gegenüber. Kameras und Objektive für Vollformat sind meist größer, schwerer und deutlich teurer. APS-C und Micro Four Thirds punkten dagegen mit kompakter Bauweise, geringerem Gewicht und niedrigeren Kosten.