Hannover – Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt in der Vorweihnachtszeit vor vermehrten Betrugsversuchen mit fingierten Spendenaktionen. Nach Angaben der Behörde häufen sich Fälle, in denen Betrüger mit mitleiderregenden Geschichten oder besonders dringlichen Appellen Spenden erschleichen wollen. Betroffen seien sowohl Passanten auf der Straße als auch Menschen an der Haustür.
Falsche Sammler ohne Ausweise: Polizei rät zu besonderer Vorsicht
Demnach treten unseriöse Sammelnde häufig ohne gültige Ausweise auf oder nutzen offene Spendendosen. Auch im Internet kursierten vermehrt fragwürdige Links, über die angebliche Spenden abgewickelt werden sollen. Das LKA rät deshalb zu besonderer Vorsicht.
Zur Orientierung nennt die Behörde mehrere Merkmale seriöser Organisationen. Dazu zählen ein Eintrag im Vereinsregister sowie geprüfte Qualitätszeichen wie das DZI-Spendensiegel oder Zertifikate des Deutschen Spendenrats. Zudem veröffentlichten vertrauenswürdige Einrichtungen aktuelle Jahresberichte mit Angaben zu Einnahmen, Ausgaben und Verwaltungskosten.
Im Zweifel erst prüfen: LKA empfiehlt Überweisung statt Barspende
Laut Deutschem Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geben seriöse Organisationen im Schnitt rund zwölf Prozent ihrer Mittel für Verwaltung aus; der Anteil sollte insgesamt nicht über 30 Prozent liegen. Auch eine professionelle Außendarstellung mit nachvollziehbaren Kontaktinformationen gilt als Hinweis auf Seriosität.
Im Zweifel empfiehlt das LKA, sich ein Überweisungsformular aushändigen zu lassen und die Organisation später zu überprüfen. Wer auf mögliche Betrugsfälle stößt, kann dies der Polizei melden – auch über die digitale Online-Wache.
