Zum Inhalt springen

Brennendes Auto auf A4: Ehepaar für mutige Rettung in Thüringen geehrt

Erfurt/Salzgitter – Für ihren Einsatz nach einem schweren Unfall auf der A4 am Hermsdorfer Kreuz sind Martin und Esther Künzel aus Salzgitter mit der Rettungsmedaille des Freistaats Thüringen ausgezeichnet worden. Das Ehepaar hatte am 3. Oktober 2025 an einem brennenden Unfallauto angehalten und versucht, die Insassen zu retten.

Nach ihren Schilderungen sahen die beiden das Fahrzeug in einer Feuerwolke vor sich abstürzen und liefen sofort zu dem Wagen. Gemeinsam mit einem weiteren Helfer zog Martin Künzel die Beifahrerin durch ein Fenster aus dem Auto und versuchte, die Flammen zu löschen. Esther Künzel kümmerte sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes um die schwer verletzte Frau. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch an der Unfallstelle, die Beifahrerin erlag wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Besonders belastend sei für das Ehepaar auch das Verhalten von Schaulustigen gewesen. Während die Künzels halfen, habe eine Frau aus nächster Nähe mit ihrem Smartphone gefilmt und fotografiert, berichteten sie.

Innenminister Georg Maier würdigte bei der Auszeichnung in Erfurt den mutigen und entschlossenen Einsatz des Paares. „Das ist beispielgebend“, sagte er. Ursprünglich habe nur Martin Künzel geehrt werden sollen. Nachdem Maier die Schilderung des Geschehens gehört habe, sei spontan auch Esther Künzel ausgezeichnet worden.

Die Rettungsmedaille des Freistaats Thüringen wird an Menschen verliehen, die unter Lebensgefahr oder unter besonders schwierigen Umständen anderen helfen. Martin Künzel wirbt inzwischen auch an der Schule seiner Tochter dafür, in Notsituationen nicht wegzusehen. „Geht hin und helft“, sagte er.

Schlagwörter: