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Taucha: Zufallskennzeichen „AF 88“ schockiert Fahrerin – das steckt dahinter

Taucha – Eine Autofahrerin aus dem Landkreis Nordsachsen hat nach der Zulassung ihres Gebrauchtwagens ein Nummernschild erhalten, das sie wegen einer möglichen rechtsextremen Codierung als unzumutbar empfand.

Wie sie der Leipziger Volkszeitung (LVZ +) schilderte, sei sie bei der Abholung des Fahrzeugs auf das Kennzeichen DZ-AF-88 aufmerksam geworden. Sie interprierte dies als Anspielung auf „Adolf“, „Führer“ und den in der rechten Szene gebräuchlichen Zahlencode „88“.

Mögliche rechtsextreme Codierung: Kennzeichen mit „88“ sorgt für Entsetzen

Die Frau zeigte sich bestürzt und befürchtete, ihr Auto könne deshalb für ein rechtsextremes Fahrzeug gehalten und beschädigt werden, insbesondere an ihrem Arbeitsplatz im links geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz.

Nach Angaben des Landkreises habe die Zulassungsstelle das Kennzeichen im Zuge eines automatisierten Vergabeprozesses ausgegeben. Die Kombination sei in Sachsen nicht verboten und daher rechtlich nicht zu beanstanden.

Warum Nummernschild mit Zahl 88 in Sachsen nicht verboten ist

Anders als in einigen anderen Bundesländern existieren dort keine zusätzlichen Einschränkungen für bestimmte Zahlencodes. Verboten sind lediglich Buchstabenkombinationen, die eindeutig auf nationalsozialistische Organisationen verweisen, etwa „SS“, „SA“ oder „NS“.

Weil die Zulassung über einen externen Dienstleister erfolgt war, konnte die Betroffene das zugewiesene Kennzeichen nicht mehr kostenfrei tauschen lassen. Für den anschließenden Wechsel zahlte sie rund 90 Euro.