Zum Inhalt springen

PZ bei Sony Objektiven erklärt: Wann sich Powerzoom wirklich lohnt

  • von

Wer sich intensiver mit Sony Kameras und Objektiven beschäftigt, stolpert früher oder später über ein Kürzel, das Fragen aufwirft: PZ. Es taucht nur bei wenigen Objektiven auf, suggeriert aber einen klaren Aufpreis. Genau deshalb stellt sich schnell die entscheidende Frage. Handelt es sich um ein echtes Werkzeug für bessere Bilder und Videos oder lediglich um ein Feature für eine sehr kleine Zielgruppe?

PZ steht bei Objektiven von Sony für Powerzoom. Gemeint ist damit eine motorisierte Zoomfunktion. Die Brennweite wird nicht nur mechanisch über einen Zoomring verändert, sondern zusätzlich über einen Motor. Gesteuert wird dieser über einen kleinen Hebel oder eine Wippe am Objektiv oder direkt über die Kamera.

Objektiv von Sony: Wann Powerzoom sinvoll ist

Beim Filmen ist Zoomen eine heikle Angelegenheit. Ein manuell gedrehter Zoomring führt fast immer zu kleinen Rucklern. Selbst geübte Kameraleute kämpfen damit, eine wirklich gleichmäßige Zoomfahrt hinzubekommen.

Außerdem intetessant: Unterschied RAW und JPEG: Was Fotografen wissen müssen

Genau hier spielt PowerZoom seine Stärke aus. Der Motor bewegt die Linsengruppen konstant. Das Ergebnis sind saubere Zoomfahrten ohne sichtbare Sprünge. Besonders bei Interviews, Reportagen oder Vlogs wirkt das sofort professioneller.

Zoomgeschwindigkeit bei Sony-Kameras mit Powerzoom einstellen

Hinzu kommt die bessere Kontrolle. Viele Sony Kameras erlauben es, die Zoomgeschwindigkeit einzustellen oder den Zoom über Tasten am Kameragehäuse zu steuern. Auf dem Gimbal oder Stativ ist das ein enormer Vorteil.

Außerdem bleibt bei den meisten Powerzoom-Objektiven die Blende über den gesamten Zoombereich konstant. Es verändert sich also weder die Belichtung noch der Bildeindruck. Genau das ist für professionelle Videoaufnahmen entscheidend, weil Helligkeitssprünge sofort auffallen.

Für wen sich Powerzoom bei Sony wirklich lohnt

PowerZoom lohnt sich für alle, die regelmäßig filmen und dabei zoomen. Das gilt für Vlogging, Eventvideos, Dokumentationen, Hochzeiten und Social Media Inhalte. Besonders im APS C Bereich hat Sony hier ein schlüssiges Ökosystem aufgebaut.

Warum Powerzoom für Fotografen meist unnötig ist

Für Fotografie bringt PowerZoom kaum Vorteile. Fotografen ändern die Brennweite meist vor der Aufnahme. Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit spielen dabei keine Rolle.

Zudem lesenswert: Wasserzeichen ja oder nein? Tipps zum Schutz von Bildern

Im Gegenteil. Viele empfinden den motorischen Zoom als träge. Die direkte, haptische Kontrolle eines klassischen Zoomrings fehlt. Dazu kommt, dass PowerZoom Objektive Strom verbrauchen und ohne eingeschaltete Kamera nicht bedient werden können.

Lichtstärke und Preis: Typische Kritikpunkte bei Powerzoom

Ein weiterer typischer Kritikpunkt betrifft die Blende. Die meisten PowerZoom Objektive von Sony sind mit F4 vergleichsweise lichtschwach. Für Fotos bei Dunkelheit oder „Bokehaufnahmen” sind sie nur bedingt geeignet.

Auch preislich liegen diese Objektive oft über vergleichbaren Modellen ohne Motor. Wer ausschließlich fotografiert, zahlt also für Technik, die keinen Mehrwert liefert.

Diese Sony Objektive verfügen über Powerzoom

  • Das Sony E PZ 10 bis 20 mm F4 G wurde für APS-C Kameras entwickelt und ist vor allem bei Vloggern und Content Creatorn beliebt. Durch den großen Bildwinkel, das geringe Gewicht und den motorisierten Zoom eignet es sich ideal für Handheld und Selfie Aufnahmen. Preislich liegt es meist zwischen 750 und 850 Euro.
  • Das Sony E 16 bis 50 mm, F3.5 bis 5.6 PZ, ist das APS-C Kitobjektiv der 6000er-Reihe mit PowerZoom, aber ohne konstante Blende. Dafür ist es vergleichsweise günstig. Gebraucht ist die Linse oft ab etwa 70 Euro erhältlich.
  • Das Sony E PZ 18 bis 105 mm F4 G OSS ist ein klassisches APS-C Videozoom und eines der bekanntesten PowerZoom Objektive im Sony System. Es deckt einen großen Brennweitenbereich ab und wird häufig für Reportagen, Dokumentationen und journalistische Videoformate eingesetzt. Der Neupreis bewegt sich typischerweise zwischen 500 und 600 Euro, gebraucht oft deutlich darunter.
  • Das Sony E PZ 16 bis 35 mm F4 G ist ein Vollformat Weitwinkelzoom, das sich besonders für kompakte Video Setups und Gimbal Arbeit eignet. Es richtet sich klar an Filmer, die Wert auf ruhige Zoomfahrten und geringes Gewicht legen. Der Neupreis liegt in der Regel zwischen 1.100 und 1.400 Euro.
  • Das Sony E PZ 18 bis 110 mm F4 G OSS richtet sich klar an professionelle Videoanwendungen. Es ist ein Vollformat-Objektiv und wird vor allem in dokumentarischen, journalistischen und szenischen Produktionen eingesetzt. Der aktuelle Neupreis bewegt sich zwischen 3.000 und 3.700 Euro.