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Presseausweis beantragen: Voraussetzungen, Kosten und Vorteile

DZBA Deutsche Zentralbild-Agentur

Der Presseausweis übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Für die einen ist er ein wichtiges Arbeitsmittel im journalistischen Alltag, für andere wirkt er wie eine Art „Generalschlüssel“, der Zugang zu Veranstaltungen, abgesperrten Bereichen oder besonderen Informationen verschafft. Entsprechend kursieren zahlreiche Missverständnisse rund um das Thema.

Nicht jeder Presseausweis ist gleich. Im Internet existieren zahlreiche Angebote verschiedener Anbieter. Viele dieser Ausweise haben jedoch im journalistischen Alltag kaum oder gar keine Bedeutung.

Wirklich anerkannt ist jedoch nur der bundeseinheitliche Presseausweis, der vom Deutschen Presserat und der Innenministerkonferenz getragen wird. Erkennbar ist er am Logo des Deutschen Presserats sowie der Unterschrift des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz auf der Rückseite.

Wer bekommt den bundeseinheitlichen Presseausweis?

Der Presseausweis wird ausschließlich an hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten vergeben. Dazu gehören auch freie Pressefotografen und Fotojournalisten. Entscheidend ist, dass die journalistische Tätigkeit den Schwerpunkt der beruflichen Arbeit bildet und überwiegend zum Lebensunterhalt beiträgt. Gelegenheitsfotografen oder Hobby-Blogger erhalten den Ausweis nicht.

Für die Beantragung müssen entsprechende Nachweise eingereicht werden. Bei Pressefotografen sind das häufig veröffentlichte Bilder, Honorarabrechnungen, Aufträge von Redaktionen oder andere Belege über die journalistische Tätigkeit.

Wie lange ist der Presseausweis gültig?

Der bundeseinheitliche Presseausweis ist nur ein Kalenderjahr gültig und muss anschließend wieder beantragt werden. Dabei muss erneut nachgewiesen werden, dass der Antragsteller weiterhin hauptberuflich journalistisch arbeitet.

Damit soll sichergestellt werden, dass ausschließlich aktive Journalistinnen, Journalisten und Pressefotografen einen gültigen Presseausweis besitzen.

Wer darf den Presseausweis ausstellen?

Der bundeseinheitliche Presseausweis wird nur von sechs anerkannten Medienverbänden ausgegeben. Das sind der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), die dju in ver.di, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), Freelens, der Verband Deutscher Sportjournalisten sowie der Medienverband der freien Presse (MVFP).

Was kostet der Presseausweis?

Die Kosten unterscheiden sich je nach ausstellendem Verband. Für Mitglieder ist der Ausweis häufig bereits im Mitgliedsbeitrag enthalten oder deutlich günstiger. Nichtmitglieder zahlen je nach Verband meist zwischen 80 und 100 Euro pro Jahr.

Welche Vorteile bringt der Presseausweis im Alltag?

In der Praxis ist der Presseausweis vor allem ein Werkzeug zur Legitimation. Bei Polizeieinsätzen, Demonstrationen, Gerichtsverfahren oder politischen Veranstaltungen kann er helfen, die journalistische Tätigkeit schnell nachzuweisen. Auch bei Messen, Pressekonferenzen oder Unternehmensveranstaltungen verlangen viele Veranstalter einen anerkannten Presseausweis für die Akkreditierung.

Für Pressefotografen besonders wichtig: Der Ausweis erleichtert häufig den Zugang zu Medienbereichen und abgesperrten Zonen, die für die Berichterstattung vorgesehen sind. Einen automatischen Zutritt garantiert er allerdings nicht. Die Entscheidung liegt weiterhin bei Polizei, Veranstaltern oder Sicherheitsdiensten.

Presseausweis: Was viele falsch verstehen

Der Presseausweis ist kein Sonderausweis mit besonderen Rechten. Er erlaubt nicht das Übertreten von Absperrungen, ersetzt keine Akkreditierung und hebt keine Persönlichkeitsrechte auf. Wer beispielsweise bei einem Unfall fotografiert, muss sich weiterhin an die geltenden Gesetze und Anweisungen der Einsatzkräfte halten.

Sein eigentlicher Wert liegt darin, dass Behörden, Veranstalter und Unternehmen sofort erkennen, dass es sich tatsächlich um einen hauptberuflich tätigen Journalisten handelt. Genau deshalb ist der bundeseinheitliche Presseausweis im journalistischen Alltag so wichtig.